Fotos: Architekturbüro Frank Heinz + Partner Architekten mbB | Visualisierungen LINK 3D
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Entwurfsverfasser Frank Heinz + Partner Architekten mbB mit bureau Vogelsang
bbz Landschaftsarchitekten Christian Bauer
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Projektfortschritt
November 2025 | Erster Spatenstich
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Konzept | Fritz-Boehle-Grund- und Werkrealschule
Neubau einer vierzügigen Grundschule mit Mensa und Ganztagesräumen sowie Umbau des Bestandsgebäudes
Städtebau | Fritz-Boehle-Campus | Erschließung über die ‚Neue Mitte‘
Die neue Fritz-Boehle-Grundschule besteht aus zwei klar ablesbaren, gegeneinander versetzten dreigeschossigen Baukörpern. Durch die kompakte Setzung der neuen Grundschule entlang der westlichen Grenze entsteht zwischen Werkrealschule und Neubau eine verbindende Mitte und ein zentraler Ort des Ankommens – über die verbindende Wegestruktur wie bisher von den Kindern mit dem Fahrrad oder zu Fuß aus allen Richtungen erreichbar. Die Neue Mitte übernimmt die Funktion eines zentralen Verteilers. Die vormals heterogenen Räume fließen hier zusammen und eröffnen den Zugang zu den Institutionen und den differenziert gestalteten Außenräumen. Der Campus bleibt im Alltag Fußgängern und Radfahrern vorbehalten, steht aber auch zukünftig als Feuerwehrzufahrt und für Wartungsarbeiten zur Verfügung. Die Bestandsbäume bleiben erhalten und werden ergänzt, um so ein klimatisch wirksames Baumdach zu schaffen.
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Architektonisches Konzept | Zentrale Halle verbindet alle Nutzungsbereiche
Die zentrale Halle mit Haupttreppe und Sitzstufenanlage verbindet die beiden Baukörper des Neubaus. Sie wird über zwei Eingänge erschlossen: im Süden vom Haupteingang zum Campus und im Norden vom Zugang zu Parkplatz und Fahrradabstellplätzen. Auch der Zugang zu den Lernwohnungen, die in allen drei Geschossen angeschlossen sind, erfolgt über die zentrale Halle.
Im Erdgeschoss schliessen in dem zur Werkrealschule zugewandtem Gebäudeteil der Kulturtempel (Musik, Bewegung, Tanz) sowie das Schülerrestaurant mit vorgelagerter Terrasse an. Der Kulturtempel erhält in der Mittelzone die doppelte Geschosshöhe und somit eine optische und räumliche Verbindung zum Verwaltungsbereich.
Im 1. Obergeschoss befindet sich der zentrale Lehrer- und Verwaltungsbereich mit Sekretariat, Homebase und Ganztagesbetreuung. Der Verbindungssteg in diesem Geschoss nimmt die Teamräume auf und bildet eine zentrale Anlauf- und Begegnungszone für das Lehrerkollegium. Neue Grundschule und Werkrealschule wachsen so näher zusammen.
Die vier Lernwohnungen bilden überschaubare identitätsstiftende Einheiten im Schulgebäude und teilen sich die zentralen Projekträume. Der Mittelpunkt jeder Lernwohnung – der sog. Marktplatz – liegt zentral am Lichthof und ist allen vier Klassen zugänglich. Türen, Vorhangelemente sowie geschlossene oder verglaste Wandelemente ermöglichen den Klassen Rückzugsbereiche, Blickbeziehungen und Zugang zu Markplatz oder Lichthof. Die Lern-Wohngemeinschaften können das Schul-Zuhause so an ihre jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Aufgrund der klar gegliederten, variantenreich nutzbaren Lernwohnungen ist das Schulgebäude vorbereitet auf die pädagogischen Konzepte der Zukunft.
Eine übergeordnete Signaletik mit abgestimmtem Farbkonzept soll in einem Beteiligungsprozess mit Kindern und Schule erarbeitet werden. So bekommt jede Lernwohnung ihre eigene Adresse und erleichtert den Kindern die Orientierung in ihrem Schulhaus.
Der Lehrerbereich in der bestehenden Werkrealschule wird umgebaut. Im nordwestlichen Gebäudeteil entsteht im 1. und 2. OG je eine neue Lernwohnung für die Werkrealschule und im Südflügel des Erdgeschosses sind die Fachräume ‚Kunst/Textil‘ sowie ‚Forschen/Experimentieren/MNT‘ mit dem Kreativ-Markplatz vorgesehen.
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Freianlagen | Neue Mitte – Grüner Campus
Die neu gestalteten Grün- und Außenflächen erzeugen eine starke räumliche Leitlinie zur Orientierung innerhalb des Campus. Durch die Setzung der Schulgebäude bilden die Außenanlagen ein großzügiges Zentrum mit diversen Teil- bzw. Möglichkeitsräumen:
Der zentrale Pausenhof bildet den Vorplatz und das Entree zum Haupteingang. Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten entstehen im Bereich der Schatten spendenden Bestandsplatane. Ebenso prägen Stauden- und Gräserflächen und ein Freisitz für die Mensa die Gestaltung des Außenbereichs. Als naturnaher Bewegungsraum gestaltet, fördert eine multiple Kletterskulptur die Motorik der Kinder. Darüber hinaus können ‚Garteninseln‘ von der Schulgemeinschaft selbst gestaltet und in den Unterricht mit einbezogen werden.
Daten und Fakten
Bauherr | Stadt Emmendingen
Ausstattung |
vierzügige Grundschule | 16 Klassen | Mensa | Ganztagesräume
Zeitraum | seit März 2025
Bauzeit | seit November 2025
BGF | ca. 5.570 m²
Nutzungsflächen | ca. 3.650 m²
Leistungsphasen | 1 – 8
Verhandlungsverfahren mit Lösungsskizze
Zuschlag | Entscheidung 12.2023










